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Bowers & Wilkins P3 Kopfhörer

Nachdem in der vergangenen Woche meine Sennheiser In-Ear-Hörer das Zeitliche gesegnet hatten, musste Ersatz ran. Da Notwendigkeit für Mobilität nicht mehr die Hauptrolle spielte, recherchierte ich ein bisschen im Internet. Ein geschlossenes Modell sollte es nicht sein, schließlich wollte ich zukünftig nicht aussehen, wie die Kollegen, die auf den Flugzeugträgern die Maschinen einweisen. Ihr wisst schon: die Kerle mit den ausladenden Gesten, die Tom Cruise in “Top Gun” zum Start verhelfen. Also was Dezentes, aber mit gutem Klang. Nach einiger Zeit fiel meine Aufmerksamkeit dann auf den Bowers & Wilkins P3. Optisch ansprechend, klappbare Bügel und super Kritiken, was den Klang angeht. Was will man mehr? Schnell bei meinem Lieblings-Onlinehändler bestellt stand das Päckchen 2 Tage später vor mir.

Verarbeitung

Der P3 macht einen sehr soliden Eindruck. Der Bügel ist robust und die Speaker sind ebenfalls sehr stabil. Gut gelöst ist die magnetische Halterung, mit der die Ohrpolster auf den Speakern aufgesetzt werden.
Die Speaker können eingeklappt werden, so dass der Kopfhörer relativ Kompakt im Reisegepäck verstaut werden kann. Die Aufbewahrungsbox ist aus Kunststoff und vermittelt für mich den Eindruck, dass der Kopfhörer darin so gut aufgehoben ist, dass er selbst einen Sturz aus einem Flugzeug unbeschadet überstehen würde.
Dass der Kopfhörer für den mobilen Betrieb gedacht ist, sieht man vor allem am Kopfhörerkabel. Hier wird jedes Gramm eingespart und es wirkt auf mich reichlich filigran. Ich werde mich wohl daran gewöhnen müssen, damit sorgfältig und vorsichtig umzugehen. Die Länge des Kabels ist für den Betrieb an einem MP3-Player ausreichend. Ich hätte mir aber einen halben Meter mehr Länge gewünscht, um auch bequem am Schreibtisch sitzen zu können, und das Kabel in den nebenstehenden Mac stecken zu können.

Komfort

Die Bügel des P3 sind flexibel einstellbar und die Speaker sitzen gut auf den Ohren. Auch als Brillenträger habe ich selbst nach längerer Zeit keine Probleme. Im Anschlusskabel ist eine Apple MP3-Player Steuerung integriert, über die Play/Pause und nächster Titel gesteuert werden können. Auch ein Mikrofon ist integriert. Als Alternative liegt ein reines Audio-Anschlusskabel bei, welches im Handumdrehen angeschlossen werden kann.

Klang

Zur Sache. Beim ersten Ausprobieren war mein erster Eindruck: “Meine Güte, ist der Kopfhörer kaputt? Das klingt ja total dumpf!” Die Bässe kamen satt rüber, die Mitten waren ok. Aber in den Höhen fehlte mir definitiv was. Zum Vergleich setzte ich meinen Creative Aurvana Live! auf: Ja, definitiv, da gab es deutlich klarere Höhen.
Ich las mir nochmal einige Rezensionen im Internet durch und fand Leidensgenossen. Hoffnung machten mir aber einige Beiträge, dass der Kopfhörer ggf. eine gewisse Einspielphase benötigte und sich der Klang dann verbessern würde. Diese Einspielzeremonie kenne ich zwar von großen Lautsprechern, bei den winzigen Membranen eines Kopfhörers ordnete ich das Prozedere aber eher unter “Voodoo” ein.
Ich blieb aber an der Sache dran. Bevor ich den “Kopfhörer des Jahres 2012″ zum Internethändler zurückschicken wollte, hörte ich mir noch 2-3 Stunden Musik aus dem Rock/Pop-Bereich an. Und tatsächlich: Nach einiger Zeit wurden Stimmen klarer und die Cymbals und Hihats der Schlagzeuge kamen auch besser rüber. Ich war ein bisschen unsicher, was hier eigentlich eingespielt wurde: der Kopfhörer oder mein Gehör.
Nach mehreren Stunden mit dem P3 macht ich dann mal wieder die Gegenprobe: Creative-Kopfhörer aufgesetzt und … Hilfe, was war das denn? Der Creative klang plötzlich dermaßen verzerrt in den Höhen, dass mir schon nach 2 Minuten die Ohren klingelten. Auch die Bässe klangen beim Creative plötzlich viel zu wuchtig. Dagegen wirkte der P3 einfach neutraler. Die beiden Geräte zu vergleichen, ist natürlich nicht ganz fair. Schließlich kostet der P3 fast das Vierfache. Aber darum ging es mir an dieser Stelle auch nicht.
Seit dieser Erfahrung bin ich aber davon überzeugt, dass der P3 tatsächlich eine gewisse Einspielzeit braucht. Aber nicht unbedingt, um die Membran weicher zu machen, sondern einfach, um sich an den wirklich großartigen, neutralen Klang zu gewöhnen. Nach längerem Hören empfinde ich den Klang als “stressfreier”, das Hörerlebnis ist einfach “relaxter”. Kling komisch? Sorry, ich kann es nicht besser erklären.

Fazit

Der Bowers & Wilkins P3 macht einen super Job. Er wirkt im Klangbild unaufdringlich und glänzt mit einem neutralen Klang. Trotz seiner geringen Speaker-Größe bringt er einen satten Bass rüber. Der Kopfhörer ist sehr robust, die klappbaren Speaker sind praktisch. Die Kabel machen dagegen einen eher filigranen Eindruck und ich hoffe, sie überstehen den täglichen Gebrauch schadlos. Mit einem Preis von knapp 200,- EUR ist der P3 nicht billig, seine Leistung überzeugt jedoch auf ganzer Linie.

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