Buchempfehlung: George Barr – Besser Fotografieren

Auf meiner Suche nach interessanter Lektüre zur Kreativität in der Fotografie stieß ich zuletzt auf das Buch “Besser Fotografieren” von George Barr.


224 Seiten
Preis: 36,90 €
Link zu Amazon









George Barr ist ein kanadischer Hobbyfotograf, der sich durch zahlreiche Ausstellungen, Bücher, Blogs und Workshops einen Namen gemacht hat. Er fotografiert gerne Landschaften und Architektur, wobei seine Arbeiten immer wieder durch eine gewisse “Andersartigkeit” auffallen. Eine besondere Begabung hat er offenbar im Vermitteln seiner eigenen Auffassung von kreativer Herangehensweisen.

In seinem Buch “Besser Fotografieren – Die hohe Schule der kreativen Fotografie” geht er unter anderem auf eine schlechte Angewohnheit von Hobbyfotografen ein, nämlich mangelnde Kreativität durch mehr und neue Technik kompensieren zu wollen. Barr zeigt strukturiert einen Weg auf, sich aus der Techniklastigkeit zu lösen und Fotografie mit anderen Augen zu betrachten. Die einzelnen Facetten seines Buches sind in mehrere Themenblöcke unterteilt. Darunter finden sich diverse Unterkapitel mit einem großen Fundus an Tipps und Erkenntnissen.

Inhalt

Ein wichtiges Element bei der Weiterentwicklung ist laut Barr die Analyse “großer” Fotografien. In Kapitel 1 “Sehen” beschreibt er, wie man ein Bild “lesen” und interpretieren kann. Er geht auf Elemente “großer” Bilder ein und zeigt auf, wie man an tausendfach fotografierte Motive anders herangehen kann. Im Kapitel “Motivsuche” zeigt Barr, wie man sich eine Szene “erarbeitet”, wann es Sinn macht, später wiederzukommen oder einfach weiterzugehen, ohne ein Bild zu machen. Er macht klar, wie man Inspiration findet, was Sehmüdigkeit ist und was man dagegen tun kann. Nach der Klärung dieser Grundlagen geht er auf die Bildkomposition ein. Ein wichtiges Element spielt hier das Skizzieren von Fotografien. Wichtige Bildelemente werden dabei auf einem Notizblock festgehalten und diese Skizze wird analysiert. Er klärt auch die Frage, ob ein Bild immer einen Bildschwerpunkt braucht. Bildformat und die Bedeutung von  Bildkanten werden laut Barr oft unterschätzt und so gibt er Anhaltspunkte für eine aussagekräftige Wahl des Bildausschnitts und des Formats.

Nach den grundlegenden Aspekten geht es an’s Eingemachte. Barr zeigt auf, wie er selbst eine Auswahl von Bildern für eine Ausstellung oder Präsentation zusammenstellt. Er geht darauf ein, wie selbstkritisch an die eigenen Bilder herangeht und zu einem “objektiveren” Beurteilen der Bildqualität kommt. Höhepunkt des Kapitels “Bildbeurteilung” ist eine Auflistung der “wichtigsten zehn Gründe für misslungene Bilder”.

Steckt der Leser des Buches gerade in einem Kreativ-Tief fest, so findet er im Kapitel “Gedankenspiele” einen reichen Fundus an Möglichkeiten zur Selbstanalyse und zum Finden von Auswegen aus der Situation. Das letzte Kapitel “Ein Schritt vorwärts” beschreibt Wege zur eigenen Niveaubestimmung in technischen und ästhetischen Belangen und zur Selbstbeurteilung. Durch Analyse der unterschiedlichen Stufen ergeben sich damit Punkte, an denen der Leser arbeiten muss, um sich selbst weiter zu entwickeln.

Fazit

Auch wenn einige von Barrs Bildern nicht wirklich meinen Geschmack treffen: dieses Buch ist extrem lesenswert!
Barr schafft es, das Thema Kreativität in der Fotografie von allen Seiten sehr gut zu beleuchten. Neben technischen Aspekten wie der Auswahl der “richtigen” Kamera und der Arbeit an den erstellten Bildern selbst gibt er für Fotografen jeder Kategorie gute Tipps zur selbstkritischen und konstruktiven Herangehensweise an die eigene Fotografie.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über ihren Beitrag!

Hinterlasse eine Antwort